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Wort der Woche

mit dem Christkönigssonntag endete das Kirchenjahr. Diesen Sonntag beginnt die Adventszeit. Das Wort „Advent“ hat seinen Ursprung im Lateinischen „Adventus“, was auf Deutsch „Ankunft“ heißt. Es bezieht sich auf die Ankunft des Herrn, der der biblischen Überlieferung zufolge am 24. Dezember geboren wurde.

In der vierwöchigen Adventszeit bereiten sich die Gläubigen auf die „Adventus Domini“ (Ankunft des Herrn) vor. Das klingt nach Machen und Tun. Denn es müssen noch Plätzchen gebacken, Geschenke eingekauft, Weihnachtspost und Einladungen verschickt und coronabedingt eine Online-Anmeldung zu Advent- und Weihnachtsfeier wahrgenommen werden. Aber was bedeutet Advent konkret?

Der erste Adventssonntag weist uns auf Wachsamkeit hin, damit wir Gott erfahren, der uns die wahre, volle und endlose Freude bringt. Das Evangelium dieses Sonntags lädt uns einfach ein: „Seid wachsam“. Wachen heißt zunächst einmal warten. In der deutschen Sprache sind beide Wörter sogar verwandt: wachen und warten. Das Warten auf die Rückkehr des Herrn gehört zum Wesen des Christen. Aber wie? Die heilige Teresa von Avila lehrt uns dazu: „Christus hat jetzt keinen anderen Leib als euren, keine Hände außer eure. Eure Augen sind es, durch die Christi Erbarmen auf die Welt schaut. Mit euren Füßen geht er umher und tut Gutes. Mit euren Händen will er uns jetzt segnen.“ Der Advent fordert uns auf, dass wir die Gegenwart Christi anderen gewahr werden lassen. Manchmal genügt sogar ein Lächeln jemanden aufzumuntern, der einen schlechten Tag hat. Ein Blick auf die Menschen, die unter Corona-Einschränkungen leiden, oder die, die immer mehr in der Not geraten sind, ist ein weiterer Fokus in diesem Advent.

Advent erinnert uns daran, die letzte Phase unseres irdischen Lebens bewusst wahrzunehmen. Das mag ein bisschen beängstigend sein, ist aber realistisch. Eigentlich müssen wir so leben, als ob jeder Tag sowohl der beste als auch der letzte Tag unseres Lebens sein könnte. Egal wie alt wir sind, wird unser Leben auf der Erde irgendwann enden. Bis der Hausherr kommt, ist Zeit des Wachens: Verantwortung nehmen und gegenwärtige Stunde leben und nach dem Herrn ausschauen, der kommen wird – an seinem Tag und uns sagt: „Gut gemacht, gute und treue DienerInnen. Tretet in die Freude des Vaters ein.“

Ich wünsche Ihnen eine besinnliche und gesegnete Adventszeit!
Pater Charles Odwar Lekamoi AJ

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