Kirche im Burgviertel - „Das Wunder vom Rhein“

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„Das Wunder vom Rhein“

10 Jahre Bürgerstiftung Rheinviertel

„Man kann es als Wunder vom Rhein bezeichnen, was sich in nur 10 Jahren Bürgerstiftung Rheinviertel an Aktivitäten entwickelt hat“ sagt ihr Gründer, Dr. Wolfgang Picken, anlässlich des 10jährigen Jubiläums der Stiftung am 18. Juni 2015.

Aus der Idee, die Bürger des Rheinviertels, eines Stadtteils von Bad Godesberg, für ihre eigenen Interessen zu mobilisieren, sei inzwischen eine der größten Bürgerstiftungen in Deutschland geworden. Das dürfe deshalb als bemerkenswert gelten, weil es sich hier lediglich um eine Stadtteilstiftung handle. Mit Blick auf die Zahl der Projekte und ehrenamtlichen Helfer und das Stiftungsvermögen sei sie größer als fast alle Bürgerstiftungen großer Städte. „Besonders freut uns, dass unser Modell, die Sozialgestalt unseres Viertels durch die Aktivierung der Bürger zu verändern, inzwischen im deutschsprachigen Raum vielfache Nachahmung gefunden hat“, erklärt der katholische Priester. Die Bürgerstiftung Rheinviertel sei vor 10 Jahren die erste Stiftung ihrer Art gewesen, die aus dem Raum der Kirche hervorgegangen sei. Inzwischen hätten viele Kirchengemeinden und Kommunen erkannt, dass die Arbeit der Bürgerstiftung Rheinviertel ein Vorbild für die zivile Bürgergesellschaft sei und vergleichbare Initiativen auf den Weg gebracht. „Immer wieder erreichen uns Anfragen zu unserer Arbeit und begrüßen wir Interessierte aus Deutschland und Österreich, um ihnen die Stiftung vor Ort vorzustellen“, fährt der Stiftungsvorsitzende fort. Es seien gegenwärtig mehr als 120 Stiftungen, die nach dem Modell der Bürgerstiftung Rheinviertel ihre Arbeit aufgenommen hätten. Der weiteren Multiplikation ihrer Idee widmet die Bürgerstiftung Rheinviertel im Jubiläumsjahr ein Symposium mit dem Titel „Neue Zivilgesellschaft – Mit Einander Gestalten“. Am 17. November 2015 lädt sie im CSR-Bereich tätige Unternehmen, Kirchengemeinden, Kommunen, Stiftungen und interessierte Bürger ein. Angekündigt sind neben Workshops Vorträge unter anderem von Bundesminister Dr. Wolfgang Schäuble und dem ehemaligen Bundesverfassungsrichter Prof. Dr. Udo Di Fabio. „Es ist im Letzten ein Ausdruck unserer großen Dankbarkeit und tiefen Überzeugung, dass wir unsere Stiftungsidee und Erfahrung weitergeben wollen“, sagt Dr. Christoph Eiden, der stellvertretende Vorsitzende der Stiftung.

Die erfolgreiche Arbeit und Entwicklung der Bürgerstiftung Rheinviertel zeigt nun ein Imagefilm, den die Stiftung zu ihrem Gründungstag präsentiert. Er ist auf YouTube und auf der Homepage der Stiftung www.buergerstiftung-rheinviertel.de online gestellt. „Wer den Film sieht, wird sich dafür begeistern, dass eine solche Fülle an Aktivitäten entstanden ist. Und etwas anderes ist im Film unübersehbar: Wie schön und sinnvoll es ist, sich für ein gutes zwischenmenschliches Klima vor Ort einzusetzen“, sagt Stiftungsvorstand Annette Schwolen-Flümann. Der Vorstand wünsche sich, dass der Filmbeitrag viele ermutige, sich für die Bürgerstiftung Rheinviertel einzusetzen oder an anderem Ort vergleichbare Initiativen zu gründen.

Die Bürgerstiftung Rheinviertel hatte 2005 mit einer Handvoll Ehrenamtlicher begonnen, sich dreier Projekte anzunehmen. Es ging dabei zunächst um den Erhalt von zwei Kindertagesstätten, die Förderung der Jugendarbeit und die Bereitstellung einer Hospizschwester für die Sterbenden in den Altenheimen. Das Startkapital betrug 50.000 Euro. „Was zwischenzeitlich geschehen ist, wirkt wie eine stille soziale Revolution“, so Wolfgang Picken. Das Vermögen der Bürgerstiftung Rheinviertel ist auf sieben Millionen Euro angewachsen. Die Zahl der Projekte hat sich vervielfältigt. Jedes Jahr gibt die Stiftung 450.000 Euro für die sozialen Belange im Stadtteil aus. Zweidrittel dieser Summe muss sie an Spenden einwerben. „Es ist ambitioniert, so viel Geld zu sammeln. Aber wir setzen auf das gute Herz der Bürger und die haben uns noch nie enttäuscht“, sagt Franz-Josef Müller, der Schatzmeister der Stiftung. 2015 sind es bereits fast 1000 ehrenamtliche Helfer, die sich für die Stiftung engagieren und dem Motto der Stiftung entsprechend sich mit Ihrer „Gabe zu geben“ einbringen. Mit Hilfe einer Ehrenamtskoordinatorin moderiert die Stiftung Einsatz der vielen Helfer und wirbt für neue Unterstützung. „Sie war die erste Ehrenamtskoordinatorin im Raum der Kirchen in Deutschland. Heute nutzen viele Bistümer und Landeskirchen das Instrument der Ehrenamtskoordination für die Werbung von Ehrenamtlichen und ihre Begleitung“, sagt Dechant Picken.

Vieles im Stadtviertel hat sich durch die Arbeit der Bürgerstiftung Rheinviertel verändert. „Menschen rücken zusammen, engagieren sich gemeinsam und verändern die soziale Wirklichkeit. Wo Not entdeckt wird, wird sich ihr mit Liebe und Engagement entgegengestellt. Wir suchen solange nach Wegen, bis wir Probleme im Viertel gelöst haben“, verdeutlicht Wolfgang Picken weiter. Dabei seien viele Initiativen und Projekte entstanden, die bundesweit erstmalig entwickelt und realisiert worden seien. Um die Begleitung der Sterbenden im Altenheim zu intensivieren, entwickelte die Bürgerstiftung Rheinviertel die „Intergierten Hospize“ in der Altenpflege. Für diese Pionierarbeit im Bereich der hospizliche Begleitung wurde sie 2009 mit dem Zukunftspreis in der Altenpflege ausgezeichnet. 2014 eröffnete die Bürgerstiftung Rheinviertel den ersten „Inklusionskindergarten“ in der Region. „Wir finden es wichtig, dass man nicht nur von Inklusion spricht. Das zentrale ist, sie glaubwürdig zu realisieren und sie zu priorisieren“, sagt der Stiftungsvorsitzende. Seitdem spielen und lernen in der dreigruppigen Einrichtung Kinder mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam. Die Kindertagesstätte gilt als Modellprojekt in Nordrhein-Westfalen. Dem zunehmenden Förderbedarf von Kindergartenkindern begegnete die Stiftung mit der Gründung eines heilpädagogischen Beratungs- und Förderdienstes, der Kinder mit Beeinträchtigungen zusätzlich unterstützt und ihre Einzelintegration in den Regeleinrichtungen ermöglicht. „Die 10jährige Geschichte der Bürgerstiftung Rheinviertel ist ein beeindruckender Beleg dafür, was möglich wird und sich bewegen kann, wenn man den Bürger ermutigt, die Probleme und Herausforderungen der Gesellschaft vor Ort selbst zu lösen“, erläutert der Vorsitzende des Kuratoriums, Prof. Dr. Udo Di Fabio. „Es gibt so viel wertvolles kreatives Potential in der Bevölkerung und so unendlich viel Hilfsbereitschaft und guten Willen bei den Bürgern. Man muss das nur abrufen und kanalisieren“, ist Vorstandmitglied Simon Löffler überzeugt.

Die Bürgerstiftung Rheinviertel ist Träger von drei Kindertagesstätten und einem Familienzentrum. Sie unterhält für das Kindergartennetzwerk Bad Godesberg mit vierzehn Kindertagesstätten einen heilpädagogischen Förderdienst für Kleinkinder mit Förderbedarf und organisiert an mehreren Grundschulen in Bad Godesberg Lesepatenprojekte. Vornehmlich für die Weiterbildung von ErzieherInnen betreibt die Stiftung die Akademie Bad Godesberg, deren umfangreiche Fortbildungsangebote von vielen Trägern in der Region wahrgenommen werden. Zwei Jugendreferenten stehen für eine wachsende Zahl von Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. Zahlreiche Gruppenstunden, Wochenendveranstaltungen und Ferienmaßnahmen begeistern die junge Generation. Jährlich bilden die Jugendreferenten knapp 40 neue Jugendleiter aus. Zwei Hospizschwestern ermöglichen die Arbeit von „Integrierten Hospizen“ in den Altenheimen. Sie gewährleisten eine zusätzliche Begleitung der sterbenden Hausbewohner. Zwei weitere Hospizschwestern unterhalten einen ambulanten Palliativdienst. Damit wird eine erweiterte Betreuung von Schwerstkranken und Sterbenden in ihrem häuslichen Umfeld sichergestellt. Mit ihrer Initiative „Mitten im Leben“ vernetzt die Bürgerstiftung Rheinviertel die Generation 50+. Ihre Gruppe „Neue Wohnformen“ führt Menschen zusammen, die an alternativen und generationsübergreifenden Wohnmodellen interessiert sind und hilft ihnen bei der Realisierung ihrer Vorstellungen. Schließlich stellt die Bürgerstiftung Rheinviertel mit ihrem „Mausoleum von Carstanjen“ eine Urnengrabstätte zur Verfügung, die in besonderer Weise der Würde des Todes und einer Verbundenheit über das Lebensende hinaus Rechnung trägt.

Anlässlich ihres Jubiläums lädt die Stiftung am Freitag, 28. August 2015 alle Förderer und Helfer zum Burgfest auf die Godesberger Burg ein. „Wir wollen feiern und Danke sagen. An die Menschen, die uns unterstützen, und an Gott, der jedem die „Gabe zu geben“ geschenkt hat“, sagt Wolfgang Picken. Im Mai bereits hatte die Bürgerstiftung zum Wohltätigkeitsball auf den Petersberg eingeladen. Dabei wurde ein Spendenergebnis von 65.000 Euro erzielt.

An ehrenamtlicher Mitarbeit Interessierte können sich melden unter:
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Spenden werden erbeten an: IBAN DE31 3816 0220 4703 7000 18.

Für Sponsoring und Fördermodelle steht Frau Kiderlin zur Verfügung:
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Die Geschäftsstelle der Bürgerstiftung Rheinviertel ist zu erreichen unter:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und 0228 36834222.

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