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Kirche

St. Marien

Am 1. Oktober 1860 wurde der Grundstein der St. Marien Kirche in Godesberg gelegt.
Der Dombaumeister Vinzenz Statz fertigte die Pläne. Pfarrer zur damaligen Zeit war Hubert Theodor Aegidius Minartz. Bis zur Fertigstellung des ursprünglichen Bauwerks 1862, das später im Jahre 1894 erweitert wurde und die heutige äußere Gestalt bekam, mussten die Godesberger Katholiken den mühseligen Weg zur Michaelkapelle an der Godesburg auf sich nehmen, um am Gottesdienst teilzunehmen.

Mit Hilfe der Spenden der damals noch nicht so zahlreichen Gemeindemitglieder und durch erhebliche Aufwendungen anderer, auch andersgläubiger Wohltäter konnte das Bauwerk begonnen und vollendet werden. Das Innere der Kirche wurde in den 60er Jahren unseres Jahrhunderts im Zuge der Liturgieerneuerung aufgrund der Beschlüsse des 2. Vatikanischen Konzils neu gestaltet.

Ein Kleinod in der St. Marien-Kirche ist die Pieta aus der Zeit der Gotik um 1300, ein Geschenk aus dem Nachlass des 1954 verstorbenen Künstlers Paul Kemp. Dieses Vesperbild gehört zu den innigsten und ergreifendsten Kunstwerken seiner Art weit und breit. Wie viele leidgeprüfte Menschen mögen im Lauf der Jahrhunderte vor dieser Pieta Sinndeutung ihres persönlichen Leidensweges und neue Kraft gefunden haben, wie viel Ergebung in Gottes Willen mag vor diesem Bild der schmerzreichen Mutter geschehen sein, wie viele Gebete mögen hier in Not und Schmerz zum Himmel geschickt worden sein.

Besondere Beachtung verdienen auch die Fenster in der St. Marien-Kirche. Aus ihnen hervorgehoben seien die Nord- und Südfenster im breiten Querschiff mit Darstellungen aus dem Leben der hl. Elisabeth bzw : des hl. Hermann-Josef und die Chorfenster mit Darstellungen aus dem Alten Testament (Opferung Isaaks und Passahmahl), die sich als Hinweise verstehen auf das Opfer Jesu am Kreuz und auf die Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers im eucharistischen Opfermahl und auf das letzte Abendmahl Jesu, das ja ein Passahmahl war.

Ein weiterer Hinweis auf das Leiden Jesu ist sodann der Altar aus den 60er Jahren, der in seiner Ausgestaltung an die Dornenkrone des Herrn erinnern soll. Der ebenfalls moderne Tabernakel zeigt Ähren und Trauben als die Ursprünge der eucharistischen Gestalten von Brot und Wein, in denen sich Jesus Christus uns schenkt, wenn wir seinen Auftrag aus dem Abendmahlssaal erfüllen: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!"

Aus der Geschichte der St. Marien-Pfarre seien neben der Gründung des Markusstiftes im Jahre 1878 und der Gründung des Hermann-Josef-Hauses im Jahre 1910 (die Armen Dienstmägde Jesu Christi aus dem Kloster in Dernbach arbeiten schon seit 1865 hier) die Pfarrer genannt, die jeweils den Stempel ihrer Persönlichkeit dem Leben und damit der Geschichte der Gemeinde aufprägten, die freilich ohne das qualifizierte Mitwirken zahlloser engagierter Mitglieder der Gemeinde im Laufe der langen Zeit seit Bestehen der selbständigen Pfarrei im Jahre 1805 ihren Dienst nicht hätten tun können. So sollen hier ihre Namen stellvertretend für alle Mitarbeiter in der Gemeinde genannt werden, da eine ausführliche Chronik den Rahmen dieses Seite übersteigt.

1805 Jakob Joseph Domsell
1818 Caspar Joseph Conzen
1823 Wilhelm Balthasar Schmill
1833 Johann Wilhelm van de Fenn
1843 August Wurm
1852 Wilhelm Constantin August Buschhausen
1854 Heinrich Joseph Kemmerling
1857 Hubert Theodor Aegidius Minartz (Erbauer der Marien-Kirche)
1889 Dr. Hermann-Josef Winter, Dechant
1929 Wilhelm Lücking, Dechant
1936 August Heimbach, Dechant
1958 Bernhard Limburg, Dechant
1967 Joseph Bontenbroich
1980 Klaus Brüssermann
2007 John Nampiaparambil
2009 Dr. Josey Thamarassery
2011 Dr.Wolfgang Picken, Dechant